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Auf dem Bild sieht  man eine grafisch dargestellte Gruppe Menschen im Gespräch. Bildnachweis: Pixabay Bildnachweis: Pixabay

Gesellschaftlicher Zusammenhalt braucht Diskussionsräume

Ein Gespräch jenseits der eigenen Filterblase

Seit dem Jahr 2017 organisiert ZEIT ONLINE regelmäßig Gespräche zwischen zwei Menschen, die sich vorher noch nie gesehen haben und dann miteinander über aktuelle politische Themen diskutieren. Das Besondere dabei: Es werden gezielt Menschen ins Gespräch gebracht, die entgegengesetzte Meinungen haben. Dieses Mal ging es um die Corona-Pandemie. Till Christofzik berichtet über seine Eindrücke.

Am 10. Mai 2020 war es wieder so weit. Über 6.000 Menschen trafen sich zu Gesprächen, um über die aktuelle Corona-Krise zu diskutieren. Üblicherweise werden dabei Menschen zusammengebracht, die nicht weit entfernt voneinander wohnen. Die Gespräche finden dann üblicherweise in Cafés, Kneipen oder Bistros statt. Dieses Mal wurde über Videochats in die eigene Wohnung eingeladen. Die Nebenwirkung dieser Besonderheit war, dass sich Menschen aus weiter entfernten Regionen unterhalten konnten. So auch in meinem Fall, denn meine Gesprächspartnerin, eine medizinische Fachangestellte, lebt in Hamburg.

Start: 450 Kilometer Distanz und bei fünf von sieben Fragen keine Übereinstimmung
Sind die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung des Corona-Virus verhältnismäßig? Hat die Bundesregierung richtig auf die Corona-Krise reagiert? Insgesamt sieben Fragen wurden von der ZEIT als Gesprächsanreize vorgegeben. In gleich fünf dieser Fragen stimmte ich laut der Abfrage vorab nicht mit meiner Gesprächspartnerin überein. Uns trennte also nicht nur die Distanz von über 450 Kilometern, sondern scheinbar auch eine ganze Menge im Blick auf die aktuelle Situation.

Damit startete das Gespräch mit einer ungewohnten Ausgangslage, denn wann trifft man schon eine Person zum Gespräch, von der man lediglich weiß, dass sie eine andere Meinung in vielen Dingen hat als man selbst? Der gegenseitige Wille zum Austausch ist in dieser Konstellation das einende Element. Auf dieser Grundlage ergab sich schnell ein sehr angenehmes Gespräch. Dabei ging es nicht nur, aber auch um die zur Diskussion gestellten Fragen.

Gesprächsverlauf: trotz Unterschieden wird die Position des Gegenübers besser nachvollziehbar
Schnell stellte sich heraus, dass uns vor allem Nuancen oder einzelne Aspekte trennten. In der Beantwortung der Fragen vorab hatten manchmal kleine Momente des Themas oder auch die aktuelle persönliche Stimmung dazu geführt, dass wir uns für die eine oder andere Antwort entschieden hatten. In der Tendenz waren wir beide überzeugt davon, dass in weiten Teilen der Corona-Krise richtig gehandelt wurde. Doch da aus meiner Perspektive die Chance verpasst wurde, in Deutschland einen Weg im Dialog mit der Europäischen Union zu finden, hatte ich die Frage, ob die Regierung richtig gehandelt habe, mit „nein“ beantwortet. Wir kamen von Thema zu Thema, brachten Aspekte ein und diskutierten aus unseren jeweiligen Blickwinkeln. Je länger wir sprachen, umso deutlicher wurde, dass wir keine einfachen Antworten auf die Fragen finden. In fast allen Punkten wurde jedoch die Position des anderen verständlicher und nachvollziehbarer. Verabschiedet haben wir uns nach über einer Stunde mit dem Eindruck, dass wir beide bereichert aus dem Gespräch gehen.

Fazit: Für den Zusammenhalt in der Gesellschaft brauchen wir Räume zum Austausch
Es war eine schöne Erfahrung! Auch wenn das Teilnehmer*innenspektrum nicht die gesamte Gesellschaft widerspiegelt, stärken mich dieses Gespräch und die Berichte aus anderen Diskussionen weiter in der Überzeugung, dass wir für den Zusammenhalt in der Gesellschaft Räume zum Austausch brauchen.

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TC, ms / 12.05.2020



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