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Eine Frau gießt auf einem Balkon mit einer grünen Gießkanne Blumen. Bildnachweis: nebenan.de Bild-LupeBildnachweis: nebenan.de

Neues aus der Nachbarschaft 3: Quartiersleben online

Online Netzwerke können Vertrauen in der Nachbarschaft schaffen

Das globale Netz hat auch eine regionale Seite. Die Bewohner*innen des Quartiers, des Viertels oder des Dorfes vernetzen sich digital. Da liegt es nahe, dass Online-Netzwerke mit Anknüpfungspunkten vor Ort auch das Leben im Quartier fördern und bereichern, Austausch und Engagement verstärken können. Doch wie funktioniert Quartiersleben online?

„Lebendige Nachbarschaften brauchen starke Institutionen und verlässliche Netzwerke vor Ort.“ Davon ist Michael Vollmann, Mitbegründer des Nachbarschaftsnetzwerks nebenan.de, in seinem Impulsvortrag überzeugt. Doch er weiß auch, dass diese Netzwerke nicht unbedingt vor Ort entstehen müssen. „Letzteres kann online unterstützt werden, z.B. durch Nachbarschaftsnetzwerke wie nebenan.de. Solche Online-Instrumente fördern lokales Engagement und schaffen Vertrauen unter den Anwohner*Innen.“ Diese Annahme diskutierte die dritte Veranstaltung der Reihe „Neues aus der Nachbarschaft – das Digitale zieht ein ins Quartiert“ der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis an Sieg und Rhein.

Kontakt und gegenseite Hilfe schaffen Vertrauen

Michael Vollmann kann auf viele gelingende Beispiele von digital und analog verschränkter Nachbarschaft blicken, denn sein Netzwerk vereint 1,7 Millionen Nutzer*innen und ist in über 7000 Nachbarschaften aktiv. Damit ist nebenan.de die größte Nachbarschaftsplattform in Deutschland. Obwohl es sich um eine relativ junge Plattform handelt, ist das Alter der Nutzer*innen höher als in anderen Netzwerken. Michael Vollmann sieht das positiv: „Das Netzwerk schafft es, auch ältere Menschen zu begeistern.“ Das liege vor allem daran, dass besonders im Alter eine Vernetzung in der Nachbarschaft von Bedeutung sei. Doch auch junge und mittelalte Menschen würden sich mehr Nähe und Kontakt wünschen. Doch strukturelle Faktoren, wie der Bedeutungsverlust von Institutionen, oder auch individuelle Schüchternheit, machen dies für manche Menschen schwierig. An diesem Punkt setzt sein Nachbarschaftsnetzwerk an. Nachbarn, die nebeneinander wohnen, jedoch keinen Kontakt haben, sollen einander kennenlernen. Algorithmen, die Menschen zusammenzubringen, die sich ähnlich sind, würden dabei bewusst nicht genutzt. Vertrauen solle wachsen.

Um dieses Vertrauen zu erzeugen wählt das Netzwerk verschiedene Wege. So ist es nur möglich, sich mit verifiziertem Klarnamen anzumelden und Kontakt kann lediglich zur eigenen und angrenzenden Nachbarschaften hergestellt werden. Vor allem sei jedoch die Interaktion wichtig, betont Vollmann. Mit jedem geliehenen Gegenstand, der zurückgebracht wird, mit jeder gegossenen Blume und jedem angenommenen Paket wachse das Vertrauen in einander. Quartiersleben online funktioniere also nur im Zusammenspiel mit dem Leben vor Ort.

Mut zum Ausprobieren: die eine richtige Plattform gibt es nicht

Dieser Punkt wird auch in der auf den Impuls folgenden Diskussion deutlich, denn wie so oft geht es nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Nutzen der vorhandenen Möglichkeiten. Besonderes Interesse weckte die Frage, wie sich Institutionen, Gemeinden oder Vereine in solchen Netzwerken abbilden können. Dabei komme es darauf an, zu überlegen, was genau mit dem Schritt ins Netz erreicht werden soll, betont Neele Behler von der Bürgerplattform „Stark im Kölner Norden“. Aus ihrer Erfahrung in vielen Stadtteilprojekten weiß sie, dass es nicht die eine richtige Plattform gibt. Wichtig sei, zu überlegen, wer erreicht werden soll. Wie groß ist die Nachbarschaft? Bildet das Netzwerk diese Gruppe ab? Wie will ich kommunizieren?

Digitale Impulse für ländliche Gebiete

Doch nicht nur das eigene Interesse ist von Bedeutung. Auch die Gegebenheiten vor Ort spielen eine entscheidende Rolle. In ländlichen Räumen sind die Wege länger und weniger Menschen wohnen nah beieinander. Auf dem Land stellen sich daher größere Herausforderungen.

Dass die Digitalisierung jedoch auch an diesen Orten nicht vorbei geht, zeigt die nächste Veranstaltung der Reihe „Neues aus der Nachbarschaft – das Digitale zieht ein ins Quartier“, in der es um Dörfer und ländliche Räume geht.

Wie können die Vorteile der Digitalisierung pragmatisch genutzt werden, um das bereits vorhandene Miteinander zu stärken? Welche Lösungen für den demografischen Wandel können erprobt werden? Wie können die Anliegen und Stärken der Dörfer eingebracht werden? Die Veranstaltung stellt gelungene Beispiele in den Vordergrund und diskutiert die Frage, wie die Dorfgemeinschaft u. a. mit digitalen Angeboten zukunftsfest gemacht werden kann.

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TK, ms / 03.03.2021



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