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Es sind Körbe mit Schultüten zu sehen. Sven Klitsch auf Pixabay Sven Klitsch auf Pixabay

Kinder in Armut - ein Kommentar von Studienleiter Till Christofzik

Ungleiche Startchancen, nicht nur nach den Sommerferien

In Nordrhein-Westfalen ist die Schule wieder gestartet. Die Corona-Krise stellt alle Beteiligten vor neue Herausforderungen. Doch andere, bereits lange bestehende Missstände dürfen dadurch nicht in den Hintergrund treten: In NRW lebt ungefähr jedes vierte Kind in Armut. Manche Schultüten bleiben leer und faire Teilhabe ist in weiter Ferne. 

Ein neues Schuljahr hat begonnen und heute werden an vielen Orten die Erstklässler*innen eingeschult. In der Verwaltung und in den Schulkollegien geht es viel um die neuen Schutzauflagen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Wie kann der Platz im Klassenraum möglichst gut genutzt werden? Wie kann unter diesen Bedingungen eine Klassengemeinschaft entstehen? Kann es einen Gottesdienst zur Einschulung geben? Diese Überlegungen sind richtig und wichtig. Dabei darf jedoch nicht aus dem Blick geraten, dass die aktuelle Situation nicht alle gleich trifft.

Arme Familien sind in der Krise besonders betroffen
Besonders stark betroffen sind die, denen bereits vor der Krise faire Teilhabechancen verwehrt blieben. Der Virus lässt soziale und wirtschaftliche Ungleichheit erkennbar zu Tage treten und verstärkt sie in vielfältiger Weise. Im Schulkontext wurde das besonders deutlich. Armen Familien entstanden beispielsweise Mehrkosten durch das entfallene Mittagessen in der Schule. Die Teilnahme der Kinder an digitalen Unterrichtsangeboten war aufgrund eines fehlenden Laptops oder PCs oft nicht möglich. In manchen Haushalten kann der Zugang zur digitalen Welt nur durch ein einziges Smartphone, das von allen Familienmitgliedern genutzt wird, hergestellt werden. Da, wo die Kinder zwar einen Laptop, einen PC oder einen Smartphone nutzen konnten, machten beengte Wohnverhältnisse die Teilnahme am digitalen Unterricht und die Konzentration häufig dennoch unmöglich.

Dabei handelt es sich weder um Einzelfälle noch um eine Situation, die erst durch die Corona-Krise geschaffen wurde. Familien- und Kinderarmut ist ein Missstand, der seit vielen Jahren besteht. Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut betroffen. In Nordrhein-Westfalen ist es jedes vierte Kind und in machen Kommunen des Ruhrgebiets sogar jedes dritte. Besonders stark betroffen sind Alleinerziehende und ihre Kinder.

Konkret bedeutet materielle Armut für Kinder beispielsweise, keinen Platz zum Lernen und für Hausaufgaben zu haben. Laut einer gerade veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung trifft das auf gut 20% der Schulkinder von 6 bis 14 Jahren zu.

Es besteht ein Handlungsproblem
Diese Situation ist bekannt und dennoch sinkt die Armutsgefährdung von Kindern- und Jugendlichen nicht. In manchen Regionen steigt sie sogar. NRW ist eine dieser Regionen. Dementsprechend lässt sich nicht von einem Analyseproblem sprechen. Nein, wir müssen es benennen als das, was es ist: ein Handlungsproblem.

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TC, ms / 13.08.2020



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