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Auf dem Bild ist ein Stoffbeutel mit der Aufschrift 'junge Visonäre' zu sehen. Bildnachweis: Evangelische Akademie im Rheinland, Till Christofzik Bildnachweis: Evangelische Akademie im Rheinland, Till Christofzik

Studienleiter Till Christofzik über Z2X19-Festival der ZEIT ONLINE

Gesellschaft geht nur miteinander

Wenn 800 junge und engagierte Menschen ein Wochenende lang Ideen vorstellen, Visionen spinnen und Strategien austauschen, dann ist viel spürbar von Aufbruchsgeist, Euphorie und dem Willen, etwas zu verändern. Genau das konnte man beim Z2X19-Festival der ZEIT ONLINE  erleben und die Evangelische Akademie im Rheinland war dabei.

Ein Bericht von Studienleiter Till Christofzik

Seit dem Jahr 2016 organisiert die ZEIT ONLINE die „Z2X Summits“. Diese Ideenfestivals bieten jungen Visionär*innen im Alter zwischen 20 und 29 die Möglichkeit, ihre Ideen und Projekte vorzustellen, sich auszutauschen und zu vernetzen. Mit dabei waren in diesem Jahr beispielsweise Luisa Neubauer von Fridays for Future, Ali Can, der Begründer der #MeTwo-Kampagne, und Aminata Touré, die in Schleswig-Holstein zur jüngsten und ersten afrodeutschen stellvertretenden Landtagspräsidentin in Deutschland gewählt wurde.

Gefragt sind beim Z2X-Festival Visionen und von denen findet man hunderte. Thematische Einschränkungen gibt es dabei keine. Die Visionen reichen von Integrationsprojekten für Geflüchtete über digitale Tools zur Faktenüberprüfung bis hin zur vernetzen Smart City. Manche Ideen sind bereits verwirklicht, während andere gerade erst entworfen werden. Was diese Projekte jedoch eint, ist der Wille, die eigenen Ideen und das gemeinsame Zusammenleben positiv weiterzuentwickeln. Dafür bieten die „Z2X Summits“ Gespräche, Workshops und Fragerunden mit anderen Visionär*innen, die ihre Expertise zur Verfügung stellen. Mit der eigenen Vision, der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, nahm ich an der diesjährigen Konferenz teil. Besonders interessant war für mich die Frage, ob der Zusammenhalt der Gesellschaft dort eine Rolle spielen würde

Bildnachweis: Evangelische Akademie im Rheinland, Till Christofzik Bild-LupeBildnachweis: Evangelische Akademie im Rheinland, Till Christofzik

Zusammenhalt entsteht durch Kooperation und Austausch
Zusammenhalt als Thema fand auf der Konferenz tatsächlich seinen Raum, wenn auch in vielen Momenten eher indirekt und mit Blick auf kleinere Gemeinschaften, wie zum Beispiel das Stadtviertel. So beschrieb Mietaktivistin Elena Poeschl ihren erfolgreichen Kampf gegen einen Immobilieninvestor, der das Mietshaus, in dem sie lebt, kaufen und modernisieren wollte. Für die Mieter*innen hätte dies deutliche Mieterhöhungen oder den Auszug bedeutet. Sie ist davon überzeugt, dass gemeinsamer Protest die Menschen verändert, sie stärkt und empathischer werden lässt, selbst wenn der Protest nicht erfolgreich sein sollte. Bei ihrem Vortrag wurde deutlich, dass Zusammenhalt Kooperation und gemeinsame Ziele braucht.

Dies war auch das Thema eines der wenigen Workshops beim Z2X19, die sich explizit mit gesellschaftlichem Zusammenhalt beschäftigten. Dennis Sadik Kirschbaum, interreligiöser Aktivist und Poetry-Slammer, stellte die „Betzavta“-Methode (Betzavta: Hebräisch „Miteinander“) vor, die Kooperation als Schlüssel des guten Zusammenlebens aufzeigt. In den verschiedenen Übungen zu konkreten Herausforderungen zeigte sich, dass Kooperation insbesondere offene Kommunikation braucht, um zu gelingen. Für die Teilnehmenden des Workshops, die sich im Vorfeld nicht begegnet waren, wurde dies anhand der Methoden deutlich spürbar. Eine der Aufgaben war es z.B., bei  über 30° Raumtemperatur einen deckenhohen Turm aus Stühlen bauen. Allerdings war vorab der Hälfte der Teilnehmenden ein anderes, gegensätzliches Ziel genannt worden, das sie verfolgen sollten. Das führte zunächst zu Irritation, doch letztendlich ist diese Aufgabe dann aber mit guter Kommunikation doch gemeinsam gelungen.

Natalie Dedreux im Workshop. Bildnachweis: Phil Dera und Alexander Probst für ZEIT ONLINE Bild-LupeNatalie Dedreux im Workshop. Bildnachweis: Phil Dera und Alexander Probst für ZEIT ONLINE

Kommunikation geht nur miteinander
Kommunikation kann jedoch nur Schlüssel der Verständigung sein, wenn wir einander wirklich verstehen. Diesen Aspekt hob die Aktivistin Natalie Dedreux in ihrem Workshop hervor. Natalie Dedreux arbeitet unter anderem zum Thema Pränataldiagnostik, will Journalistin werden und hat das Down Syndrom. Sie machte deutlich, dass gelingende Kommunikation Teilhabe mitdenken muss. Für Natalie Dedreux bedeutet dies, dass leichte Sprache genutzt wird und miteinander statt übereinander gesprochen wird.

Bildnachweis: Phil Dera und Alexander Probst für ZEIT ONLINE LupeBildnachweis: Phil Dera und Alexander Probst für ZEIT ONLINE

Für ein Miteinander braucht es Begegnung
Doch damit miteinander gesprochen werden kann brauchen wir Räume, in denen man sich begegnet und Ideen, Positionen und Visionen austauschen kann. Ein solcher Ort will das ZX2 sein. In vieler Hinsicht ist es das auch und doch lässt sich nicht leugnen, dass dort fast nur Akademiker*innen, viele von ihnen wohlsituiert, ihre Visionen für eine gerechtete und bessere Zukunft austauschen. Kristina Lunz, Mitgründerin des Centre for Feminist Foreign Policy und Arbeiterkind, stellt in diesem Zusammenhang klar: "Wir brauchen keine Charity, wir brauchen echte Solidarity."

Neben vielen Eindrücken, neuen Kontakten, spannenden Ideen und bereichernden Begegnungen ist es dieser Satz, den ich auch für meine eigene Arbeit vom Z2X mit nach Hause und ins Büro nehme. Denn nur gemeinsam lässt sich der Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken.

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TC, ms / 06.09.2019



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